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Modellbahn

Weitere Ideen und Anmerkungen zur Verwendung der Gleisbox als Zentrale

Günstige CAN-Interfaces

Da das benötigte CAN-Interface doch vergleichsweise teuer ist, liegt der Wunsch nach einer günstigere Lösung nahe. Selbstbasteln ist natürlich eine gute Lösung, aber nicht für jeden.

Schaut man sich etwas um, findet man sehr günstige (unter 20 Euro) ODB-USB-Interface (z.B. bei EBay aus chinesischer Fertigung). Diese enthalten eine CAN-Schnittstelle, werden per USB an den Rechner angeschlossen und das Protokoll ist offen zugänglich.

Ein paar Versuche brachten aber schnell Ernüchterung. Da die ODB-Schnittstelle eben für den speziellen Zweck der Fahrzeugdiagnose gemacht ist, ist die Kommunikation über die CAN-Schnittstelle im Allgemeinen auf einen einzigen CAN-Identifier festgelegt. Diesen kann man zwar ändern und in einem speziellen Modus auch alle CAN-Nachrichten empfangen. Das Umschalten dauert aber so lange, dass über diese ODB-Interfaces keine vernünftige Kommunikation mit dem CAN-Bus der Modellbahn zu erreichen ist.

Eine andere Möglichkeit besteht im Einsatz eines Arduinos mit CAN-Shield, z.B. dem für genau diesen Zweck bei Watterott erhältlichen CANdiy). Zusammen mit einem günstigen Arduino aus chinesischer Herstellung kommt man kaum über 30 Euro Gestehungskosten. Daraus ließe sich sicher ein günstiges PC/USB-Interface basteln.

L88 (Link S88) als S88-Interface

Die Lösung mit der Gleisbox als Zentrale hat gegenüber einer CS2 einen wichtigen Nachteil: Sie verfügt nicht über eine Rückmeldeschnittstelle, also über einen S88-Bus. Einen solchen kann man zwar auch für den direkten PC-Anschluss erwerben, dann wird es aber schon wieder teuer. Und man hat eine zusätzliche Schnittstelle am PC, die ebenfalls von der Software unterstützt werden muss.

Mit dem inzwischen erhältlichen Baustein Link S88 von Märklin kann man das elegant lösen. Der Baustein wird am CAN-Bus angeschlossen und bietet neben einigen Rückmeldeanschlüssen gleich drei S88-Busse. Auf der CAN-Seite verhält er sich analog zum S88-Anschluss in der CS2, so dass auch die Software gut damit zurecht kommen sollte. Dazu ist es noch nicht einmal teuer.

Einziger Bastelaufwand hier: Der Link S88 hat einen 7-poligen CAN-Stecker, die Gleisbox dafür aber keinen Anschluss, weil eine Erweiterung eigentlich nicht vorgesehen ist. Das macht aber nichts, man braucht eigentlich nur am Link S88 den Stecker abzuschneiden und die vier CAN- und Stromversorgungsleitungen direkt oder über einen anderen Stecker mit der Gleisbox verbinden.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten der Gleisbox

Die Gleisbox kann natürlich nicht nur wie bei gbox2eth über ein CAN-Interface an den PC angeschlossen werden. Sie kann genauso an einem eigenen Controller oder Kleinrechner-System (wie Arduino oder Raspberry Pi) verwendet werden.

Ebenso kann statt eines beliebigen PC-Modellbahn-Steuerprogramms auch die CS2-PC-Software oder die Apple- oder Android-App von Märklin verwendet werden. Das "Brückenprogramm" muss dazu aber noch etwas erweitert werden, weil diese Programme nicht nur auf den Gleisformatprozessor zugreifen, sondern eine vollwertige CS2 mit entsprechenden Daten zu angemeldeten Loks, Gleisplänen etc. erwarten. Das kann gbox2eth nicht.

Es gibt aber einige Projekte, die die Gleisbox in dieser und ähnlicher Weise verwenden. Links auf diese Projekte finden sich auf der Seite Projekte.